Brustuntersuchung

Dieser Artikel wurde bisher 2200x gelesen und zuletzt am 30.09.2015 bearbeitet.

Selbstverständlich ist die weibliche Brust viel mehr als das, aber im biologischen Sinne ist die Brust eine Milchdrüse. Sie besteht aus milchbildendem Gewebe, Fettgewebe und Bändern.

Wir suchen einen möglichst kleinen Brustkrebs um eine möglichst hohe Heilungsrate zu ermöglichen. Heutzutage hat man sehr gute Chancen den Krebs zu besiegen und nach der Behandlung ein normales Leben weiterzuführen.

Wir haben mehrere Möglichkeiten die Brust zu untersuchen.

Als Erstes und ganz wichtig die Tastuntersuchung, welche jeder selbst machen kann. Oft gibt es Schwellungen z.B. zyklusbedingt, die wieder weggehen. Ein bösartiger Knoten würde jedoch nie weggehen, und verdoppelt sich in etwa alle sechs Monate.

Die Tastuntersuchung ist bei jeder Vorsorge in der Praxis durch den Arzt/ Ärztin ab dem 30. Lebensjahr Pflicht.

Selbstverständlich wird jeder Knoten untersucht.

Wir haben die Möglichkeit des Brustultraschalls, welcher viele Strukturen darstellen und oft schon eine Entwarnung geben kann, z.B. bei gutartigen Wasserblasen (Cysten), oder gutartigen Verhärtungen (Fibroadenomen).

Der Brustkrebs entsteht im milchbildenden Gewebe der Brust.

Es gibt Drüsenläppchen und Drüsengänge, die Milch wird in den Läppchen gebildet und gelangt über die Milchgänge zur Brustwarze. Etwa 17 Milchgänge münden in der Brustwarze und verteilen sich rückwärts wie die Wurzeln eines Baumes zur Brustwand.

Es gibt den invasiv duktalen Brustkrebs (aus dem Milchgang (Gang = Ductus) entstanden), den invasiv lobulären (aus dem Läppchen (Läppchen = Lobulus) enstanden), dieser Krebs ist eingebrochen (invasiv) und kann theoretisch streuen.

Dann gibt es Brustkrebs der nur im Gang oder Läppchen wächst ohne durchzubrechen, sozusagen nur auf der Oberfläche, Ductales carcinoma in situ DCIS, oder Lobuläres carcinoma in situ LCIS. Diese beiden Formen können nicht streuen. Das DCIS wird sehr häufig nur durch die Mammographie erkannt, weil es sich sehr oft durch zackigen Kalk in der Mammographie zeigt.

Kalkstippchen
Das Bild zeigt solche kleinen Kalkstippchen in der Mammographie

Sehr selten gibt es Brustkrebs der aus dem Warzenhof (Areola) ensteht, man ihn Morbus Paget. In 15 Jahren hatten wir drei Patientinnen mit so einer Erkrankung, auch ihnen geht es gut.

Es kommt auch vor, dass man keine eindeutige Aussage treffen kann.

Wir haben die Möglichkeit mit einer Nadel ultraschallgesteuert mit örtlicher Betäubung eine Probe zu entnehmen, um das Gewebe eindeutig zu bestimmen. Die Probe wird zu einem Spezialisten/in für Zelluntersuchung (Pathologe) geschickt, und er/sie teilt uns dann mit, um was für ein Gewebe es sich genau handelt

Dies kann jederzeit von uns veranlasst werden. Man sagt, dass zu viele Proben bei gutartigen Befunden gemacht werden, und das deshalb die Frauen unnötig in Angst versetzt werden. Wir haben aber oft keine Wahl die Probe machen zu lassen, um mit Sicherheit einen bösartigen Befund auszuschließen.

Sollte bei Ihnen so eine Stresssituation entstanden sein, die schlussendlich gut ausgegangen ist, bitte ich Sie um Verständnis. Sie haben dazu beigetragen, dass unser qualitätsgesichertes Brustuntersuchungssystem weiter bestehen kann, und Sie haben es für die Frau getan, bei der wir einen Brustkrebs gefunden haben.

Weiterhin gibt es die Röntgenuntersuchung der Brust Mammographie. Hierbei wird jede Brust in zwei Ebenen geröngt, von oben nach unten (cranio caudal) CC und schräg (damit die Achselhöhle mit abgebildet ist) (mediolateral / oblique) MLO

Die Strahlenbelastung entspricht in etwa dem Rauch einer Zigarette, ein Raucher macht somit ca. 20 Mammographien am Tag.

Wir durchleuchten die Brust und machen ein Photo der Brust von innen heutzutage digital, wie ein digitales Photo.

Auf diesem Bild sehen wir das Verteilungsmuster von Milchdrüsengewebe (weiß), zu Fettgewebe (grau), sowie Bänder, Blutgefäße und ganz wichtig Kalk. Der Kalk (weiße Stipsel auf dem Röntgenbild) ist eingetrocknete auskristallisierte Flüssigkeit und kann nur durch die Mammographie sichtbar gemacht werden.

Der Brustkrebs kann viele verschiedene Erscheinungsformen auf der Mammographie haben.

Er kann einen weißen Stern machen,
er kann ein Fleck sein, der nur auf einer Seite zu sehen ist,
er kann einen flauen Stern machen,
er kann eine Einziehung machen,
und ganz wichtig er kann spitzen zackigen Kalk machen.

Bei lobulärem Brustkrebs sieht man ihn oft in der Mammographie nicht!

Wir haben die Hilfe des Brustzentrums der Universitätsklinik Lübeck und können dort jederzeit weitere Untersuchungen veranlassen.

Es gibt die Möglichkeit röntgengezielt eine Probe aus der Brust entnehmen zu lassen, wenn man die Struktur im Ultraschall nicht sehen kann; ultraschallgezielt ist es viel einfacher.

Diese Untersuchung nennt man Vakuumbiopsie. Sie steht jeder Patientin, bei der sie erforderlich ist, zur Verfügung. Weiterhin kann das Brustzentrum Zusatzuntersuchungen der Brust veranlassen, Dies ist aus Kostendämpfungsmaßnahmen der Krankenkassen dem niedergelassenen Arzt nicht erlaubt. Man eine magnetische Schichtuntersuchung (MR Mammographie) oder eine Röntgenschichtuntersuchung (Tomosynthese) der Brust machen lassen. Im Bedarfsfall wird dies nach einer Vorstellung im Brustzentrum veranlasst.