Unerfüllter Kinderwunsch (Sterilität)

Dieser Artikel wurde bisher 2227x gelesen und zuletzt am 30.09.2015 bearbeitet.

Man spricht von Sterilität wenn innerhalb eines Jahres bei regelmäßigem Verkehr, statistisch im Durchschnitt 3 – 4 Mal in der Woche, keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Zu 40% liegt die Ursache bei dem Mann, 40% bei der Frau und beim Rest ist die Ursache nicht eindeutig bestimmbar. Wenn man die Ursachen klären will, sollte als erstes der Mann ein Spermiogramm beim Urologen oder Hautarzt machen lassen. Es müssen 20 – 250 Millionen Spermien pro ml vorhanden sein, die eine ausreichende Beweglichkeit haben.

Sollte es hier zu auffälligen Befunden kommen, müsste man sich gleich in einer Spezialpraxis oder Klinik für Kinderwunschbehandlung vorstellen. Es gibt eine Methode die Spermien direkt in die Eizelle zu bringen. Dies nennt man ICSI (intracytoplasmatische Spermieninjektion)

Ist das Spermiogramm in Ordnung sollte man meiner persönlichen Meinung aus 20 Jahren Berufserfahrung nach, bei der Frau folgende Untersuchung machen:

  • Man kann in Narkose eine Bauchspiegelung machen, und durch den Bauchnabel eine Optik bringen und die Gebärmutter und Eileiter direkt sehen. Gleichzeitig kann man von der Scheide aus eine Blaulösung durch die Gebärmutter mit Druck geben.
  • Man kann dann im Bauch sehen, ob die Eileiter verklebt und nicht durchgängig sind, oder nur erschwert durchgängig. Eine Frau kann unbemerkte Entzündungen gehabt haben, die zu solch einer Verklebung geführt haben kann. Diese Untersuchung nennt man Chromopertubation (mit Farbe die Tuben (Eileiter) durchspülen).
  • Wenn man sich in einer Spezialpraxis / Klinik vorstellt ist sehr hilfreich wenn die Ergebnisse bereits vorliegen hat um weitere Maßnahmen zu diskutieren.

Ein weiter Grund ist, dass es häufig zu Monatszyklen ohne Eisprung kommen kann. Es gibt zwei Hormone, die den Eisprung steuern FSH und LH, diese kommen vom Gehirn aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und gehen über das Blut an den Eierstock. Der hormonelle Ablauf kann gestört sein, so dass sehr viele Zyklen ohne Eisprung abgelaufen sein können. Im Ultraschall kann man im Eierstock (Ovar) viele kleine Eibläschen sehen, die stehen geblieben und nicht geplatzt sind. Das nennt man auch perlschnurartig, weil es wie eine kleine Reihe von Perlen aussieht. Das ganze heißt PCO Syndrom, Syndrom der polycystischen Ovarien.

Aus meiner Erfahrung heraus, und hier sind nicht alle Kollegen einer Meinung, macht es Sinn, wenn man ein PCO Syndrom hat, die Eibläschen alle mit einer kleinen Hitzenadel aufzumachen, und so den Hormonhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Dies nennt man Ovarstichelung und kann natürlich bei einer Chromopertubation gleich mitgemacht werden.

All diese Maßnahmen können in der Oldenburger oder Eutiner Klinik ortsnah durchgeführt werden, und sind kostenfrei. Sollte man hiermit nicht zum Erfolg kommen, gibt es selbstverständlich die Möglichkeit von weiteren Behandlungsmöglichkeiten der künstlichen Befruchtung.

Hierbei zahlt die Krankenkasse die Hälfte der Kosten.